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Gewässerkartierung in der Steiermark

Methodische Grundlagen

Basis für die Beurteilung ist die Erfassung und Bewertung der morphologischen und strukturellen Faktoren im und am Gewässer, die in ihrer Summe wesentlich mitbestimmend sind für dessen Funktion als Lebensraum, die also seinen ökologischen Gehalt beeinflussen.
Ein hoher ökologischer Gehalt bedingt in der Regel ausreichende Stabilität und Selbstregulation in einem gut eingespielten Ökosystem. Dabei wird im Sinne der biozönotischen Grundregeln nach THINEMANN davon ausgegangen, dass das anzustrebende biologische Optimum meist in anthropogen ungestörten Lebensräumen zu finden ist.
Die Bewertung erfolgt also auf der Basis des „natürlichen" oder – so er nicht mehr vorhanden ist – des gedacht natürlichen Zustandes. Die Gewässer werden vier definierten Hauptklassen, den „Gewässerzustandsklassen" zugeordnet. Zustandsklasse 1 bezeichnet den strukturell günstigsten, Zustandsklasse 4 den schlechtesten Zustand. In der Praxis treten Übergänge zwischen den Hauptklassen auf. Diese werden als Zwischenstufen ausgewiesen.
Bei der Untersuchung werden die strukturellen (= morphologischen) Faktoren (Parameter) in und am Gewässer bewertet, die ein repräsentatives Bild des ökologischen Gewässserzustandes bieten.
Es sind dies:
  • Linienführung und Fließverhalten
  • Sohle (Strukturierung, Substrat, Kontaktmöglichkeiten des Wassers mit dem hyporheischen Interstitial)
  • Verzahnung Wasser-Land und Breitenvariabilität
  • Böschungen (Strukturierung, Material)
  • Gehölze (einschließlich der Verzahnung mit dem Umland)
Jeder der fünf Parameter wird nach den oben angeführten Zustandsklassen bewertet.
Die Ermittlung der Gesamtzustandsklasse erfolgt durch Mittelwertbildung:
Es wird also die Abweichung des Ist – Zustandes vom ortstypischen Gewässerzustand (Soll-Zustand, Leitbild) untersucht.
Die Gewässerstrecke wird abgegangen, beide Ufer gesondert kartiert und bewertet, da sich die Ufer im allgemeinen unterscheiden.
Sobald sich einer der Parameter ändert, beginnt ein neuer Bewertungsabschnitt; alle 5 Kriterien werden neu beurteilt. Zusätzliche wichtige Beobachtungen werden in einem Feldprotokoll notiert und können in der Analyse der Kartierung berücksichtigt werden.
Bei der Untersuchung werden jene strukturellen Faktoren (Parameter) in und am Gewässer bewertet, die ein repräsentatives Bild des ökologischen Gewässerzustandes bieten.

Anpassung der Methode für die Steiermark

Um einerseits eine gute Annäherung an den Stand des Wissens bei Strukturkartierungen zu erreichen und andererseits den Anforderungen zu genügen, ist es notwendig, den natürlichen Gewässerzustand für einzelne Bäche und Flüsse vor Kartierungsbeginn möglichst möglichst genau zu definieren. Dieser „natürliche Zustand" stellt die Bezugsebene für die Freilanderhebungen dar und ist der „Zustandsklasse 1" gleichzusetzen. Der natürliche Zustand wird für die fünf Hauptparameter definiert.
Externe Verknüpfung Weiters erfordern methodische Gründe eine Untergliederung der Gewässer.
Folgende in der Steiermark vorkommende Typen werden beschrieben:

gestreckter Typ

gewundener Typ

furkierender (verzweigter) Typ

mäandrierender Typ

Im Unterschied zur Methode WERTH werden auch die Entnahmestrecken von Ausleitungskraftwerken beurteilt. Die Beurteilung erfolgt hauptsächlich im Hinblick auf das strukturelle Potential in diesen Strecken.