ProRaab(a) - Hochwasserprognosemodell Raab

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Im Rahmen des Programms „Europäisch Territoriale Zusammenarbeit 2007 bis 2013" (ETZ Österreich - Ungarn) erarbeitet die Wasserwirtschaft Steiermark gemeinsam mit den Projektpartnern Wasserwirtschaft Burgenland und den Wasserwesensdirektionen in Szombathely und Györ ein Hochwasserprognosemodell für das gesamte Einzugsgebiet der Raab. Dazu fand am 31. Mai bis 1. Juni 2011 in Güssing/Burgenland ein Workshop statt, bei dem ein Projektzwischenstand präsentiert wurde.

ProRaab(a) - Ein Meilensteinprojekt in Sachen Hochwasserprognose!

Die Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre haben die Notwendigkeit und Bedeutung einer frühzeitigen Hochwasserprognose regional und für ganze Flusseinzugsgebiete aufgezeigt. Mit der nun im Endspurt befindlichen Entwicklung eines gemeinsamen, grenzüberschreitenden Hochwasser-prognosemodells für das gesamte Einzugsgebiet der Raab wird mit Beendigung des Projekts den jeweiligen hydrographischen Diensten bzw. Wasserwirtschaftsdirektionen (Steiermark, Burgenland, West- und Nord-Transdanubien/Ungarn) bzw. in weiterer Folge den Katastrophen-Einsatzorganisationen ein modernes Werkzeug für die operationellen Hochwassermeldedienste künftig zur Verfügung gestellt werden.

Der steirische Hochwasserschutz steht für Landesrat Johann Seitinger auf drei Säulen:

  1. Präventiver Hochwasserschutz (strengere Richtlinien bei der Ausweisungen der Hochwasserschutzgebiete/Raumplanung)
  1. Forcierung des aktiven Hochwasserschutzes (Bau von Rückhaltebecken oder Schutzdämmen und Flussregulierungen)
  1. Ausbau der Hochwasserfrühwarnsysteme (diese Hochwasserprognose-modelle ermöglichen es, aufgrund von meteorologischen Daten, Katastrophen-Bedrohungen 48 Stunden im Voraus zu berechnen)

Eine Zwischenbilanz des wichtigen, grenzüberschreitenden EU-Hochwasser-Prognoseprojekts zwischen Österreich und Ungarn:

  • Mit Ende April 2011 wurde der österreichische Teil des Modells fertig gestellt und ging in Testbetrieb. Die ersten Erfahrungen mit dem Modell zeigen vielversprechende Ergebnisse und die Testläufe werden in den nächsten Wochen und Monaten fortgesetzt und ausgewertet werden.

  • Auf ungarischer Seite wird an der Modellierung des ungarischen Projektgebietes gearbeitet. Das Gesamtprojekt wird bis Ende 2011 abgeschlossen.

  • ProRaab(a) bietet für folgende Flüsse und deren Zubringer die Möglichkeit, den Abfluss und somit auch mögliche Hochwässer für einen Zeitraum von bis zu 6 Tagen zu prognostizieren und setzt somit neue Maßstäbe im Hochwasserschutz: Safenbach, Feistritz, Rabnitz, Güns, Pinka, Strem, Lafnitz, Raab.

Technische Details:
Meteorologische Prognosen und hydrographische Daten, die in Echtzeit erfasst werden, bilden die wesentlichen Eingangsgrößen in das Prognosemodell. Für diesen Zweck wurden die hydrographische Pegel- und Niederschlagstationen im Burgenland und in der Steiermark in den Jahren 2009 und 2010 im Rahmen eines Begleitprojektes, das seitens des Lebensministeriums finanziert wurde, modernisiert und in ein zeitgemäßes Datenfernübertragungssystem eingebunden.

Wesentliche, die Abflussverhältnisse maßgeblich beeinflussende Rückhaltebecken im Burgenland sowie der Steiermark wurden in das Modell eingearbeitet.
Der zentrale Prognoserechner in Graz übermittelt die Ergebnisse an den lokalen Rechner im Burgenland. Darüber hinaus können die Modellergebnisse, die Prognosen für einen Zeitraum bis zu 6 Tagen der Öffentlichkeit und den Blaulichtorganisationen per Internet zugänglich gemacht werden.

Das Hochwasser-Prognosemodell "ProRaab(a)" ist neben den bereits bestehenden Frühwarnsystemen an der Mur und an der Enns, das dritte derartige Projekt in der Steiermark.