Link zur Startseite

Pressegespräch: Zukunft Almwirtschaft - Almen – Naturjuwele in Gefahr?

Presseinformation vom 14.07.2020

Breite Unterstützung gefragt um Almwirtschaft zu erhalten.

v.l.n.r.:Anton Hafellner (Steirischer Almwirtschaftsverein), LR Hans Seitinger, Präs. Franz Titschenbacher, Andreas Affenberger (Agrargemeinschaft Gmoa-Alm)  © steiermark.at/Streibl, bei Quellenangabe honorarfrei
v.l.n.r.:Anton Hafellner (Steirischer Almwirtschaftsverein), LR Hans Seitinger, Präs. Franz Titschenbacher, Andreas Affenberger (Agrargemeinschaft Gmoa-Alm)
© steiermark.at/Streibl, bei Quellenangabe honorarfrei
Hafellner, Seitinger, Titschenbacher , Affenberger und die Mitglieder der Agrargemeinschaft Gmoa-Alm bereiten sich auf den Tag der Almen vor und laden zur Mithilfe bei der Almpflege ein. © steiermark.at/Streibl, bei Quellenangabe honorarfrei
Hafellner, Seitinger, Titschenbacher , Affenberger und die Mitglieder der Agrargemeinschaft Gmoa-Alm bereiten sich auf den Tag der Almen vor und laden zur Mithilfe bei der Almpflege ein.
© steiermark.at/Streibl, bei Quellenangabe honorarfrei

Die steirische Almwirtschaft ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit vielfältigen Funktionen und Nutzungsarten. Verschiedene Einflüsse setzen die Almwirtschaft jedoch unter Druck. Neben Haftungsrisiken durch Freizeitnutzer und der Bedrohung durch Raubtiere ist auch das Zuwachsen der Almflächen eine Herausforderung für die Bewirtschaftung. Die Bevölkerung ist eingeladen beim „Tag der Almen" bei der Almpflege mitzuhelfen.

Auf der Gmoa-Alm in Frohnleiten informierten Agrarlandesrat Hans Seitinger, der Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark Franz Titschenbacher, der Obmann der steirischen Almwirtschaftvereins Anton Hafellner und Andreas Affenberger von der Agrargemeinschaft Gmoa-Alm über die Herausforderungen für die Almwirtschaft und ihre große Bedeutung für die Steiermark.

„Unsere Almen bieten Nutz- und Wildtieren saftige Weideflächen, Gästen idyllischen Erholungsraum und sie beheimaten eine enorme Artenvielfalt. Diese vielfältigen Funktionen der Almen unterstreichen deren hohen Stellenwert für unsere Steiermark als Grünes Herz Österreichs. Gleichzeitig wird die Almwirtschaft von vielen Seiten bedroht. Neben Haftungsfragen durch nachlässige Freizeitnutzer und Wolfsangriffe ist auch die Verwilderung eine Herausforderung. Diese ist auch eine Folge des Klimawandels, der die Baumgrenze in die Höhe verschiebt", wie Agrarlandesrat Hans Seitinger betont. Für ihn ist daher wichtig: „Die Almwirtschaft braucht eine starke öffentliche Unterstützung, die Sicherheit für Bewirtschafter und mehr gesellschaftliches Verständnis, denn wir dürfen unsere Bäuerinnen und Bauern mit diesen Herausforderungen nicht alleine lassen, denn wir wollen den wertvollen Lebensraum Alm für alle erhalten! Dazu braucht es einen Schulterschluss und die Hilfe aller Steirerinnen und Steirer. Nur so können wir sicherstellen, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder über idyllische Almwiesen wandern können." Großen Dank spricht der Landesrat auch allen Sennerinnen und Hirten aus, die seit Jahrhunderten dafür sorgen, dass das Naturjuwel Alm erhalten bleibt.

Die rund 5.400 Almbauern und Almauftreiber verhindern, dass die für den Tourismus so wichtigen Almen, die Berggebiete und die benachteiligten Gebiete verbuschen, verwildern und verwalden. „Die Pflege des Grünlandes ist unbezahlbar, würden dies die Bauern nicht tun", unterstreicht Kammerpräsident Franz Titschenbacher. Und er rechnet vor: „Allein die Pflegekosten für die etwa 160.000 Hektar Grünland würde der öffentlichen Hand pro Jahr rund 224 Millionen Euro kosten, davon die Almpflege 60 Millionen Euro." Dazu kommt, dass etwa 10.000 Arbeitskräfte auf den ohnehin überfüllten Arbeitsmarkt drängen würden. Ein entscheidender Aspekt ist: Rund 80 Prozent der Steiermark-Gäste kommen wegen der schönen, gepflegten Landschaft. Für ein sicheres Miteinander auf den Almen appelliert der Kammerpräsident an die Freizeitnutzer, die zehn Verhaltensregeln strikt einzuhalten. Die wichtigsten der zehn Punkte: Markierte Wanderwege nicht verlassen, Tiere nicht füttern, Abstand zu den Tieren halten, Weidetiere nicht erschrecken, Begegnungen von Mutterkühen und Hunden vermeiden (am besten die Hunde nicht in die Weide mitnehmen) oder bei Anzeichen von Unruhe die Weide zügig verlassen.

Der Obmann des steirischen Almwirtschaftvereins, Anton Hafellner, hebt das Credo des Almwirtschaftvereins hervor: „Schützen durch nützen! Die jahrtausendealte Kulturlandschaft Alm ist durch das Beweiden und die Pflegemaßnahmen geschaffen worden. Diese wollen wir bewahren und für die zukünftigen Generationen erhalten. Die Almwirtschaft ist nicht nur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die bäuerlichen Betriebe, auf unseren Almen zeigt sich, dass durch eine Bewirtschaftung im Einklang mit der Natur eine Win-Win-Situation für Natur und Gesellschaft entsteht."

Andreas Affenberger, der Obmann der Agrargemeinschaft Gmoa-Alm betont wie wichtig es sei die Kulturlandschaft Alm für Bauern und Tourismus zu erhalten, denn die Almhaltung stelle nicht nur eine wesentliche Entlastung für den Heimbetrieb dar, sondern sie eröffne im Gegensatz zu verwaldeten Gebieten auch Ausblicke auf die Landschaft. 

Tag der Almen am 18. Juli 2020 - „Machen Sie mit!"

Im Zuge des Gesprächs wurde auch auf den bevorstehenden „Tag der Almen" am 18. Juli hingewiesen und zum Mitmachen eingeladen. Der Tag der Almen, der heuer zum sechsten Mal stattfindet, ist kein Fest, sondern ein gemeinschaftlicher Almpflegetag, wo ein wichtiger Beitrag zur Offenhaltung der Almfläche geleistet wird. Die Almbauern laden dazu die gesamte Bevölkerung auf die Almen ein um bei der Almpflege mitzuhelfen. „Machen Sie mit!", lautet daher der Aufruf an die Steirerinnen und Steirer.

Viele Menschen, die sonst nur über die Almen wandern, können einen tiefen Einblick in die Arbeit auf der Alm gewinnen. Ohne die wichtige Almpflege würden jährlich allein in der Steiermark rund 1.000 Hektar wertvolle Almflächen verwildern und verwalden. Almbauern und freiwillige Helfer greifen beim „Tag der Almen" zusammen, um unsere Almen frei zu machen.

Zahlen, Daten und Fakten zur steirischen Almwirtschaft

Die Almwirtschaft ist durch harte Arbeit geprägt; romantische Vorstellungen vergehen sehr rasch, wenn man sich der täglichen Arbeit auf der Alm widmet. Die Steiermark weist 1.665 Almen aus, sie bilden mit einer Futterfläche von 36.000 Hektar die Sommerweide für 44.000 Rinder und ca. 8.000 Schafe, Ziegen und Pferde. Das Pflegen der Almen ist harte Arbeit, es gilt die Zäune in teils schwierigen Gelände instand zu halten sowie unerwünschte Pflanzen wie den Germer, Brennnesseln, Dornen oder Bäume und Sträucher zu entfernen.

Ein Fünftel der Landesfläche sind Almen

Etwa 20% der Fläche von Österreich sind Almen - sie sind damit ein prägender Faktor für das Landschaftsbild in den Bergregionen von Österreich. Sie sind eine ganz besondere Kulturlandschaft, die durch die Arbeit der Almbäuerinnen und Almbauern gepflegt und erhalten wird. Die Almen sind die Grundlagen für einen Teil der landwirtschaftlichen Produktion und sie bieten als Wander- und Schigebiete eine wichtige Basis für den Tourismus in alpinen Regionen.

Futtergrundlage Alm - besonders wichtig in Trockenzeiten

Die Almfläche kann einen wichtigen Betrag zur Futterversorgung liefern, wenn z.B. das Jungvieh oder die Mutterkühe mit den Kälbern aufgetrieben werden und etwa drei Monate kein Futter auf den Heimbetrieben benötigen. Die Alpung der Tiere im Sommer bedeutet auch eine Arbeitsentlastung auf den Heimathöfen und hat einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere.

Folgende Almen freuen sich am Tag der Almen über Unterstützung:

Freiwillige Helfer sind herzlich eingeladen, sich bei den Kontaktpersonen zu melden, damit die Almverantwortlichen den Almpflegetag entsprechend planen können.

  • Schlitzenalm in Ramsau - Roland Weikl - gundi.roland.weikl@aon.at - 0664/75023554
  • Pleschnitzalm in Aich - Josef Walcher - goessenberg@gmail.com - 0664/73675557
  • Schladmingeralm in Michaelerberg-Pruggern - Josef Langmaier - langmaier.hinteregger@aon.at -                    0664 736 54 119
  • Gumpenalm - Martin Zefferer - monika.zefferer@aon.at - 0676 842 852 302
  • Wolfsbacher-Sebring Alm in Johnsbach - Hermann Seebacher - agnes.malyj@aon.at - 0676 616 8736
  • Graualm - Karner Christoph u. Achatz Markus - Alexandra.kolm@gmx.at - 0660 160 8232
  • Ostereralm in Turnau - Christian Rechberger - Rechbergerchristian@gmx.at - 0664 223 9833
  • Schießlingalm in  Aflenz - Franz Plachel - 0676 701 8750
  • Gsollalm in Eisenerz - Isabella Nömayer - Isabella.noemayer@a1.net - 0664 461 9524
  • Gaalwald-Alm - Paulus Schlaffer - schlafferr@yahoo.de - 0650 5214 067
  • Hochalm-Bärntal - Alois Kiegerl - alois@priegl.at - 0676 592 66 50
  • Gmoa-Alm - Andreas Affenberger - affenberger@aon.at - 0664 2048253 
  • Tyrnauer Alm in Fladnitz - Eibisberger Richard - 0664 5270484
  • Mönichwalder Bauernhalt in Mönichwald - Prettenhofer Hannes - hannes.prettenhofer@gmx.at -                     0664 926 3362
     


 


 


 


 
 

 


 


Andreas Kaufmann, Pressesprecher, Büro Landesrat Ök.-Rat Johann Seitinger, Tel. 0316-877 2590
Mobil: 0676/86662590, Mail: andreas.kaufmann@stmk.gv.at Externe Verknüpfung http://www.lebensressort.steiermark.at/

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).