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Hochwasserschutz an der Mürz

(St.Marein im Mürztal)

Bezeichnung und Lage

Das Hochwasserschutzprojekt "Mürz, St. Marein im Mürztal" erstreckt sich vom Stauwurzelbereich der Wasserkraftanlage Trieb flußaufwärts bis zur ÖBB-Brücke.

  •  Abschnittslänge: 1,9 km
  • Ziele

    Zwischen der ÖBB-Brücke und der Gemeindestraßenbrücke ("Sölsnitzbrücke") trat die Mürz bisher bei Hochwasserabflüssen ab ca. 150 m3/s (HQ3-HQ4) über die Ufer und setzte bestehende Siedlungsräume und Gewerbezonen unter Wasser.
    Mit diesem Projekt wird der Schutz des gesamten südlichen Ortsbereiches von St. Marein i. M., einiger Einzelgehöfte sowie der Betriebsanlage des Holzimprägnierwerkes bis zu Hochwasserereignissen mit hundertjährlicher Eintrittswahrscheinlichkeit (HQ100) sichergestellt.
  • Anzahl der geschützten Wohnobjekte: 59
  • Anzahl der geschützten Wirtschaftsobjekte: 1 (Betriebsanlage)

    Hydrologische Daten:
    (Abflußspitzen)
    HQ1 = 95 m3/s
    HQ10 = 190 m3/s
    HQ100 = 310 m3/s
  • Maßnahmen

    Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:
    • Rechtsufrig abgerückter Hochwasserschutzdamm und Rückführung des Vorlandabflusses in die Mürz oberhalb der Sölsnitzbrücke
    • Ökologische Begleitmaßnahme im Rückführungsbereich
    • Neubau der Sölsnitzbrücke (Ersatzherstellung)
    • Örtliche Aufweitungen des Mürzbettes im Bereich oberhalb der Sölsnitzbrücke bis unterhalb der Schnellstraßen - Brücke (S6)
    Der bis zu 1,2 m hohe Hochwasserschutzdamm wird mit geeignetem Material geschüttet und verdichtet. Die Dammkrone und die Böschungen werden humusiert und mit einer gut festigenden Rasenmischung besämt.

    Unmittelbar oberhalb der Sölsnitzbrücke wird der durch den Hochwasserschutzdamm begrenzte Hochwasser - Vorlandabfluß in das Mürzbett zurückgeführt. Jener Geländebereich dieser Rückführung, der als "Öffentliches Wassergut" ausgewiesen ist, wird aus Gründen der Abflußwirksamkeit abgesenkt. Diese Geländeabsenkung ist so konzipiert, daß bei Normalwasserführung der Mürz eine Ruhigwasserzone und somit ein zusätzlicher Kleinlebensraum im und am Wasser (Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit) geschaffen wird.

    Ab dem Punkt der Rückführung des Vorlandabflusses wird die gesamte Bemessungswassermenge (HQ100) vom Flußbett aufgenommen. Daraus ergibt sich das Erfordernis, die Sölsnitzbrücke neu zu bauen und örtliche, bis über die Schnellstraßenbrücke hinaus gehende Querschnittsaufweitungen (Mürzbett) vorzunehmen. Mit dem Einbau von unterschiedlich langen Bruchsteinquerwerken wird einerseits der Uferfuß strukturiert und soll andererseits die Entstehung abflußhemmender Anlandungen vermieden werden.

    Neben dem zu geringen Durchlaßprofil birgt die bestehende Sölsnitzbrücke aufgrund ihrer Holzpfeilerkonstruktionen die Gefahr von Verklausungen, die im Hochwasserfall immer wieder zu Rückstauerscheinungen und verstärkten Hochwasserübertritten führte.

    Das Tragwerk der neuen Sölsnitzbrücke, dessen Unterkante gegenüber dem Bestand etwas angehoben wird, überspannt die Mürz ohne Errichtung eines Pfeilers (Lichte Weite: ca. 31 m).

    Die Wasserkraftanlage Trieb ist für die Abfuhr eines HQ100 bereits ausgelegt.

    Kosten, Bauherr

  • geschätzte Gesamtkosten
    (Grundablösen/-entschädigungen und Baumaßnahmen) ATS 18.800.000
  • Finanzierung:
    Bund: 50% ATS 9.400.000
    Land Steiermark: 30% ATS 5.640.000
    Marktgemeinde St. Marein i. M.: 20% ATS 3.760.000
  • Bauherr: Marktgemeinde St.Marein i. M.
  • Bauaufsicht: Baubezirksleitung Bruck/Mur
  • Bauausführung:
    ARGE Gebrüder Haider & Co GmbH (Kapfenberg)
    Granit Bauunternehmung GmbH (Bruck/Mur)

  • Bauzeit: 11/1997 - 10/1998