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Mechanische Vorreinigung

Kleinkläranlagen

In einer mechanischen Vorreinigung werden in erster Linie absetzbare Feststoffe vom Abwasser abgetrennt. Ob auch Schwimmstoffe entfernt und organische Stoffe zumindest teilweise biologisch abgebaut werden, hängt von der Bauart und Größe der Anlage ab. Es ist davon auszugehen, daß in etwa bis 30 % der Gesamtverschmutzung aus dem Abwasser entfernt werden können. Die mechanische Vorreinigung muß auf die nachgeschaltete biologische Reinigungsstufe abgestimmt sein. Vor Festbett-, Tropfkörper- und Tauchkörperanlagen muß sie jedenfalls erfolgen, bei Belebungsanlagen dagegen ist sie nicht zwingend notwendig.
Räumgut aus der mechanischen Vorreinigung ist nicht stabilisiert. Stabilisiert würde bedeuten, daß der Anteil der biologisch abbaubaren Substanz weitestgehend abgebaut ist und mikrobielle Umsetzungsprozesse nur noch langsam und ohne Geruchsbelästigung ablaufen.
Die Bemessung ist in der ÖNORM B 2502-1 festgelegt.

Faulanlagen
Faulanlagen sind eine übliche Form der Vorreinigung und bestehen in der Regel aus drei Kammern.
Mit Faulanlagen werden absetzbare Feststoffe und Schwimmstoffe vom Abwasser abgetrennt und organische Schmutzstoffe teilweise abgebaut. Der Abfluß solcher Anlagen ist immer angefault. Eine Stabilisierung des zurückgehaltenen Schlammes wird im allgemeinen nicht erreicht, er muß daher als Abfall entsorgt werden.

Erforderliche Mindestwartung: Je nach Bauart muß die Schwimmschlammschicht ein- bis zweimal pro Jahr durchstoßen und aufgerührt werden. Der Zulauf, die Übertrittstellen in den einzelnen Kammern und der Ablauf sind stets von Schwimmstoffen freizuhalten. Der abgesetzte Schlamm muß mindestens zweimal pro Jahr abgesaugt werden.

Vorklärbecken
Vorklärbecken sind im Vergleich zu Faulanlagen meist kleiner und haben daher kürzere Aufenthaltszeiten. Absetzbare Stoffe können deshalb nur in einem geringeren Ausmaß zurückgehalten werden. Wegen der kürzeren Aufenthaltszeit findet auch kaum ein Abbau der Schmutzstoffe statt, die Anfaulung ist entsprechend geringer. Für die Abtrennung der Schwimmstoffe sind gesonderte Einrichtungen vorzusehen. Der anfallende Schlamm ist nicht stabilisiert und muß als Abfall entsorgt werden.

Erforderliche Mindestwartung:
Analog zur Faulanlage; Angaben der Betriebsanleitung sind zu beachten.

Sieb- oder Rechenkörbe, Filtersäcke
Sieb- oder Rechenkörbe und Filtersäcke können je nach Maschengröße bzw. Schlitzbreite in unterschiedlichem Ausmaß Feststoffe zurückhalten. Ein Anfaulen des Abwassers ist hier nicht gegeben. Die Entfernung der abgeschiedenen Stoffe muß händisch erfolgen. Dies ist aus hygienischer Sicht äußerst problematisch. Aus diesem Grund können solche Anlagenkomponenten nicht als dem Stand der Technik entsprechend gewertet werden. Das Abscheidegut muß jedenfalls als Abfall entsorgt werden.

Erforderliche Mindestwartung: Regelmäßige Kontrolle des Füllungsgrades und ca. monatliche Entleerung sowie Entsorgung des Abscheidegutes.

Tauchwände
Sind keine eigenen Anlagenteile als Vorklärung vorgesehen, so ist es unbedingt notwendig, im Bereich der biologischen Reinigungsstufe zumindest Tauchwände für die Rückhaltung von Schwimmstoffen einzubauen. Die zurückgehaltenen Stoffe müssen abgesaugt und als Abfall entsorgt werden.

Bewertung der mechanischen Vorreinigung

Vorteil

einer Vorreinigung ist es, daß die nachfolgende biologische Stufe geringer belastet wird und dadurch unter Umständen kleiner dimensioniert werden kann bzw. für die Belüftung weniger Energie verbraucht wird. Weiters wird durch eine Vorreinigung die Betriebssicherheit der biologischen Stufe erhöht.
Es gibt kaum Probleme mit Schwimmstoffen in der Nachklärung. Die Vorreinigung wird vorzugsweise in den Fällen eingesetzt, in denen Anlagenkomponenten (Sammelgruben) bereits vorhanden sind und bestehende Anlagen an den Stand der Technik angepaßt werden müssen. Weiters werden Vorreinigungsanlagen - die dann entsprechend zu vergrößern sind - häufig als Speicher für den Überschußschlamm aus der biologischen Reinigungsstufe verwendet und ersetzen einen gesonderten Schlammspeicherraum.

Nachteil
einer Vorreinigung ist es, daß die Gesamtanlage unter Umständen teurer im Bau, jedenfalls komplizierter und damit aufwendiger in Betrieb und Wartung wird. Weiters kann sich die Vorreinigung schädlich auf das Absetzverhalten des Belebtschlammes in der nachgeschalteten Stufe auswirken. Größter Nachteil ist jedoch das vermehrt anfallende Räumgut, das in der Regel nicht stabilisiert ist und wegen der Gefahr von Geruchsbelästigungen nicht verwertet werden kann. Die hygienisch einwandfreie Entsorgung (durch einen dafür Befugten!) ist vielfach mit hohen Kosten verbunden.