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Kleinkläranlagen

Allgemeines

Zum Schutze der Grund- und Oberflächenwässer ist eine ordnungsgemäße Abwasserentsorgung erforderlich. In einem zusammenhängenden Siedlungsgebiet sollen Abwässer grundsätzlich in Kanalisationsanlagen gesammelt und in einer zentralen Kläranlage gereinigt werden. Bei der biologischen Reinigung der Abwässer ist die Entfernung der Kohlenstoffverbindungen und die Nitrifikation sowie in Abhängigkeit von der Größe der Kläranlage die Stickstoff- und Phosphorentfernung durchzuführen.

Abwasserableitungen aus Einzelanlagen sollen zumindest die Kriterien der biologische Reinigung mit Entfernung der Kohlenstoffverbindungen und Nitrifikation erfüllen. In Gebieten mit besonderen wasserwirtschaftlichen Verhältnissen gelten verschärfte Anforderungen, um den Grundwasserschutz zu gewährleisten.

Um den Ansprüchen der Allgemeinen Abwasseremissionsverordnung auf eine ordnungsgemäße Abwasserentsorgung nachzukommen, eröffnet sich eine Vielzahl von Wegen.

Generell bestehen folgende Möglichkeiten:
  • Anschluß an ein öffentliches Kanalnetz
  • Errichtung einer Kleinkläranlage mit vollbiologischer Reinigung

 

In den letzten Jahren hat ein umfangreicher Ausbau der öffentlichen Kanalisationsanlagen stattgefunden. Trotzdem verbleiben auch künftig Gebiete (urbane Randlagen und ländliche Siedlungsgebiete), in denen sich aus technischen und/oder finanziellen Gründen dezentrale Lösungen günstiger anbieten. Hier werden vorzugsweise Kleinkläranlagen errichtet, womit Abwasserreinigungsanlagen mit einer Größe bis zu 50 Einwohnerwerten gemeint sind.

Die Entscheidung ob bzw. welche Kleinkläranlage zur Ausführung gelangt, soll das Ergebnis der Abwägung der Entsorgungsmöglichkeiten sein. Folgende Kriterien sollen dabei beachtet werden:

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Ein Variantenvergleich soll die Möglichkeiten des Anschlusses an eine öffentliche Kanalisation, der Errichtung gemeinsamer Anlagen mit benachbarten Wohnobjekten und den Bau einer Einzelanlage (Hauskläranlage) berücksichtigen. Informationen über zukünftige Entwicklungen bzw. den Gemeindeabwasserplan sind bei der Gemeinde einzuholen.

· Auf abwassertechnische Randbedingungen (z. B. besondere Abwasserbeschaffenheit, Belastungsschwankungen, etc.) und wasserwirtschaftliche Vorgaben ist Rücksicht zu nehmen.

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Zu beachten sind weiters die Betriebs-, Wartungs- und Energiekosten sowie der Aufwand für die laufend erforderliche Eigen- und Fremdüberwachung der Kleinkläranlagen.

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Kleinkläranlagen müssen jedenfalls dem Stand der Technik entsprechen und geeignet sein, die erforderliche Reinigungsleistung zu erbringen.

Bezüglich der Betriebssicherheit und Wartung sind Kleinkläranlagen sicherlich empfindlicher als größere Kläranlagen. Die zulaufenden Abwassermengen schwanken sehr stark in ihrer Menge und organischen Belastung.

Das Einleiten unerwünschter Stoffe von einem der angeschlossenen Haushalte kann in einer Kleinkläranlage bereits große Betriebsstörungen verursachen. Hier muß eine entsprechende Einschulung der Betreiber erfolgen. Sinnvollerweise sind Wartungsverträge mit den Herstellerfirmen oder mit Abwässerverbänden bzw. Gemeinden, die über ausgebildetes Personal verfügen, abzuschließen.

Auch bei der Entsorgung des Klärschlammes sind rechtliche Rahmenbedingungen (z.B. Bodenschutzgesetz) zu beachten. In der Regel wird die Abgabe des Klärschlammes an befugte Unternehmen bzw. an für die Übernahme ausgestattete kommunale Kläranlagen erforderlich sein. In Ausnahmefällen kann bei der Reinigung von ausschließlich häuslichem Abwasser der Klärschlamm landwirtschaftlich verwertet werden. Voraussetzungen hierfür sind u. a., daß der Klärschlamm stabilisiert ist (d.h. organische Substanzen so weit abgebaut sind, daß es zu keiner Geruchsbelästigung kommt) und ausreichend geeignete Flächen vorhanden sind.

Das gereinigte Abwasser wird nach Verlassen der Kleinkläranlage wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt. Das Ausmaß und der Ort der Ausleitung sind von den wasserwirtschaftlichen Verhältnissen bzw. den rechtlichen Vorgaben abhängig. Nicht zuletzt aus diesem Grund bedürfen Bau und Betrieb von Kleinkläranlagen einer wasserrechtlichen Bewilligung.